der besenkammerer
Der Besenkammerer? Christoph Blocher führte 1985 das Referendumskommitee gegen das neue Eherecht. Mit dem Anstecker "Blocher in die Besenkammer" (1) warben die Frauen des Schweizerischen Verbandes für Frauenrechte SVF für die Reform, die 1988 in Kraft trat (2).
Abschottung
1985, als der 45-jährige C.B. an vorderster Front gegen das neue Eherecht kämpfte, war er seit acht Jahren Präsident der Zürcher SVP und seit sechs Jahren für den Kanton Zürich im Nationalrat.
1986 kämpfte er gegen den Betritt der Schweiz zu den Vereinigten Nationen.
1986 bis 2003 präsidierte er die Aktion für eine unabhängige und neutrale Schweiz Auns. Die Vereinigung kämpfte gegen die Integration der Schweiz in supranationale politische Organisationen wie die Vereinten Nationen oder die Europäische Union (3).
1992 kämpfte er gegen den Beitritt der Schweiz zum europäischen Wirtschaftsraum EWR.
2008 bis 2018 war er Vizepräsident der SVP, die er von Beginn weg massgeblich prägte und finanziell grosszügig unterstützte.
Die Neutralitätsinitiative, über welche die Stimmberechtigten am 27. September 2026 befinden, ist der (bisher) letzte Versuch des 86-jährigen Milliardärs, die Schweiz international zu isolieren.
Richtung
Arthur Rutishauser hat recht, wenn er schreibt: Christoph Blocher hat es geschafft, dass es rechts von der SVP keine Partei gibt, die nennenswerten Zulauf hat. (4).
A.R. schreibt weiter: Für die Demokratie ist das sehr wichtig, wie man in Deutschland, Frankreich, Italien oder Österreich sieht, wo die Populisten teilweise rechtsextreme Tendenzen aufweisen, die man Blocher und seiner Partei nicht nachsagen kann.
Rechtsextreme Tendenzen, die man Blocher und seiner Partei nicht nachsagen kann? Da lehnt sich Herr Rutishauser schon ein bisschen weit aus dem Fenster. Ein Stichwort dazu: Messerstecherplakate.
Herr Blocher und seine Partei-Genoss*innen sind tendenziell Wiederholungstäter. Das bestätigt ein Blick auf die letzten fünf Jahrzehnte SVP-Politik. Dazu kommt eine gewisse Unbelehrbarkeit, meinetwegen Sturheit, was auf das Gleiche hinausläuft. Diese mangelnde Einsichtsfähigkeit zeigt sich aktuell (Herbst 2026) bei dem kostspieligen Einsatz für die chancenlose Neutralitätsinitative.
Publikum
Christoph Blocher? Nichts Neues unter der Sonne.
C.B. war von 1982 bis 1990 Präsident der von ihm gegründeten Arbeitsgruppe südliches Afrika ASA. Die ASA unterstützte das Apartheidsregime Südafrikas durch Einflussnahme auf die Berichterstattung der Schweizer Medien.
C.B. ergriff 1985 das Referendum gegen das neue Eherecht (1988 eingeführt). Das alte Eherecht war ein Hort der Ungleichbehandlung. Frauen durften z.B. ohne die Einwilligung ihres Ehegatten kein Bankkonto führen.
C.B. machte sich 1992 stark für eine isolationistische Schweizer Wirtschaftspolitik. Er war dagegen, dass die Schweiz Mitglied des Europäischen Wirtschaftsraums EWR wurde. Der EWR ist eine vertiefte Freihandelszone zwischen der Europäischen Union EU und der Europäischen Freihandelsassoziation EFTA.
Was hat ein Mann mit einer so rückwärts gerichteten Gesinnung Lesens- und Bedenkenswertes zu sagen zu aktuellen und zukünftigen Problemen?
Viele Medien berichten gern und viel über Leute, die sich viel und gern und laut äussern, Inhalt der Äusserungen hin oder her. C.B. oder D.T. sind da nur zwei Beispiele von vielen.
Was man Christoph Blocher nicht absprechen kann: Er hat dank Geld und Sturheit und Polterei viel erreicht für die Rechtskonservativen in der Schweiz und in Europa, er ist ein Vorbild für viele am rechten politischen Rand, einer seiner Nachahmer ist gegenwärtig Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika.
Danke an Matthias Erzinger für die Anregung.
Kompromiss
Die Kompromisspolitik hat Christoph Blocher in den letzten 50 Jahren bewusst und gezielt angegriffen: Einerseits durch Hetze gegen alle möglichen Sündenböcke, von den Sozialhilfe-Bezüger*innen über die Asylsuchenden und Ausländer*innen bis zu den Linken und Netten, anderseits durch Angriffe auf die sogenannte Classe politique, zu der er selber gehört. C.B. und seine Mitläufer*innen haben damit massiv zur Spaltung der Gesellschaft beigetragen. Mit Ausgrenzung sabotiert man sehr effektiv jeden Kompromiss.
Danke an Markus S... für die Anregung.
Verweise
(1) ➚ Anstecker
(2) ➚ Eherecht
(3) ➚ Auns
(4) ➚ Arthur Rutishauser