denkfehler
Die vielen Menschen im Land, die gut ohne die SRG auskommen, sind arme Teufel. Sie zahlen 335 Franken für gar nichts, schrieb Andreas Kunz von Tamedia in seiner Argumentation für ein Ja zur SRG-Halbierungsinitiative, über welche die Stimmberechtigten am 8. März 2026 abstimmen. Es ist ein Denkfehler.
Sie zahlen für etwas, das sie direkt nicht nutzen, aber das indirekt ihr Leben beeinflusst, weil diese 335 Franken das demokratische Gefüge im Land verändern.
Eine Informationsquelle weniger ist eine Informationsquelle weniger. Ein Konkurrent weniger, erlaubt es, etwas nachlässiger zu sein punkto Faktentreue. Weniger SRG bedeutet ausserdem weniger Zusammenhalt im Land. Das ist nicht ganz unwichtig in einer schwierigen Zeit.
Die Halbierungsinitiative kommt ja aus jener Ecke, die in den letzten dreissig Jahren nichts getan hat gegen steigende Krankenkassenkosten, gegen höhere Gesundheitskosten, gegen steigende Wohnungskosten, gegen höhere Lebenshaltungskosten.
Im Gegenteil, diese Ecke hat in den letzten Jahrzehnten viel Geld ausgegeben gegen Solidarität und für Ausgrenzung. Sie gab viel Geld aus für isolationistische, fremdenfeindliche, rechtspopulistische Propaganda.
Die SRG schwächen, für weniger als ein Franken pro Tag, damit die Partei des Milliardärs vom Herrliberg (Herrliberg!) und seine Mit-Sponsor-Milliardäre es noch ein bisschen einfacher haben, ihre Märchen unwidersprochen zu erzählen?
Ich sehe nur einen Grund, warum jemand Ja sagt zur Halbierungsinitiative: Ich bin Opportunist und nutze hemmungslos jede Möglichkeit, zu profitieren.
links:
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Zur Argumentation von Andreas Kunz ➚.